Institutionelles Fundraising

In vielen Schweizer Vereinen läuft das Fundraising über Freiwillige. Ich baue die Funktion auf: Unterlagen, Methode, Kalender. Danach entscheiden Sie, wie es weitergeht.

In den meisten Schweizer Vereinen und Nonprofit-Organisationen existiert Fundraising nicht als Funktion. Fast immer kümmert sich ein einzelnes Vorstandsmitglied darum: freiwillig, unbezahlt, mit einem Beruf und einem Leben daneben — und gibt der Sache die Zeit, die übrig bleibt. Das ist wertvolle Arbeit — oft der einzige Grund, weshalb überhaupt Geld hereinkommt.

Aber so grosszügig dieser Einsatz auch ist: Er kann keine strukturierte Funktion ersetzen. Eine Methode, einen Kalender mit den Eingabefristen, Unterlagen, die bereitliegen, wenn man sie braucht, Beziehungen zu Geldgebern, die über Jahre wachsen. Nicht aus Mangel an Können, sondern aus Mangel an Zeit — die eine freiwillige Person per Definition nicht hat.

Und das betrifft nicht nur kleine Organisationen. Es gibt Strukturen mit Millionenbudgets und Dutzenden von Angestellten, die nie eine institutionelle Fundraising-Funktion hatten: niemanden, der systematisch Förderstiftungen, öffentliche Hand und Förderprogramme abdeckt.

Meine Arbeit ist es, diese Funktion dort aufzubauen, wo es sie nie gab. Nicht um jene zu ersetzen, die die Arbeit bisher getragen haben, sondern um diesem Einsatz die Infrastruktur zu geben, die er verdient.

Was «die Funktion aufbauen» heisst

Es ist keine einmalige Kampagne, und es ist kein Dossier, das kurz vor Fristende zusammengeschrieben wird. Die Fundraising-Funktion aufbauen heisst, die Infrastruktur zu schaffen, mit der eine Organisation Jahr für Jahr glaubwürdig Gesuche stellen kann:

  • Unterlagen in Ordnung. Statuten, Tätigkeitsberichte, Jahresrechnung: alles, was ein Geldgeber sehen will, vorbereitet und geordnet. Und wenn ein Dokument fehlt, erstellen wir es — angefangen bei der Steuerbefreiung, die viele Vereine nie beantragt haben.
  • Ein solides Dossier, anpassbar an private Stiftungen, öffentliche Hand und Förderprogramme.
  • Lesbare Budgets, Projektbudgets und Schlussabrechnungen, die einer Prüfung durch Geldgeber standhalten.
  • Ein Kalender mit den Eingabefristen: wen man wann anfragt, mit welchen Antwortzeiten.
  • Berichterstattung, denn der zweite Beitrag hängt davon ab, wie Sie über den ersten Rechenschaft abgelegt haben.

Und dann? Sie entscheiden

Sobald die Funktion steht, gibt es zwei Wege — und die Organisation entscheidet.

Sie machen selber weiter

Wer sich bisher nebenbei darum gekümmert hat, kann das weiterhin tun, aber auf einer soliden Grundlage statt bei null: Unterlagen bereit, Kalender steht, eine Methode, der man folgen kann.

Ich bleibe dabei

Ein laufendes Mandat: Gesuche, Kalender und Beziehungen zu Geldgebern bleiben in den Händen der Person, die die Funktion aufgebaut hat.

Es gibt keine richtige Antwort. Es gibt Ihre.

Wo ich das schon gemacht habe

  • Radio Gwendalyn (Chiasso): ein gemeinnütziges Komplementärradio. Der Bund hat ihm eine Konzession mit Leistungsauftrag und Abgabenanteil erteilt, von 2025 bis 2034. Ich habe dort eine Rolle geschaffen, die es vorher nicht gab. Heute bringt diese Funktion rund CHF 200’000 pro Jahr ein, aus Stiftungen, öffentlicher Hand und Förderprogrammen — verteilt auf über 20 Projekte.
  • Wikimedia CH: ein Verein, der von privaten Kleinspenden lebt. Mit ihnen baue ich den fehlenden Baustein auf: institutionelles Fundraising.
  • Zona’B, Casa Astra, Associazione Culturale Lumina: drei unterschiedliche Organisationen, derselbe Ausgangspunkt: viel gute Arbeit, und das Fundraising bei den Freiwilligen im Vorstand. In allen drei Fällen lautete das Mandat gleich: die Funktion aufbauen.

Gesuche habe ich unter anderem bei Migros-Kulturprozent, Pro Helvetia, der Drosos Stiftung und der Ernst Göhner Stiftung eingereicht.

Für wen das ist

Kulturelle und soziale Vereine und Organisationen in der Schweiz, die nie eine strukturierte Fundraising-Funktion hatten: von Vorständen, die alles freiwillig stemmen, bis zu Strukturen mit Angestellten, die bisher von anderen Einnahmen gelebt haben.

Wenn Sie ein einzelnes Dossier für eine bestimmte Frist brauchen, ist das eine andere Arbeit: Die finden Sie unter Was ich mache. Und wenn Ihre Organisation ausserhalb der Schweiz tätig ist, bin ich nicht die richtige Person.

Reden wir darüber

Der erste Schritt ist ein Gespräch: Sie erzählen mir von Ihrer Organisation, und ich sage Ihnen ehrlich, ob es etwas gibt, das sich aufzubauen lohnt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es bis zu den ersten Mitteln?

Ein paar Monate, um die Funktion aufzubauen, dann werden die Gesuche eingereicht. Die ersten Antworten der Geldgeber kommen im Schnitt innerhalb von sechs Monaten: Das sind ihre Fristen, für alle gleich. Den Unterschied macht, was in der Zwischenzeit passiert — mit einer strukturierten Funktion werden die Gesuche parallel eingereicht, nach Kalender, statt eines nach dem anderen, wenn jemand gerade Zeit findet. Deshalb misst man institutionelles Fundraising in Jahren, nicht in Wochen.

Unser Verein ist klein — lohnt sich das?

Ja, wenn Sie konkrete Projekte zu finanzieren haben. Die Grösse zählt weniger als die Klarheit des Projekts.

Muss die Person, die sich bisher gekümmert hat, zurücktreten?

Nein, im Gegenteil: Wer die Organisation von innen kennt, ist ein Gewinn. Die Funktion wird gemeinsam aufgebaut, und wenn Sie sie intern führen wollen, bleibt sie in Ihren Händen.

Brauchen wir die Steuerbefreiung?

Für viele Förderstiftungen ist sie faktisch Voraussetzung. Wenn Sie sie nicht haben, ist deren Beantragung eines der ersten Dinge, die wir angehen.