Kurz gesagt — Die meisten abgelehnten Gesuche scheitern an vermeidbaren Fehlern, nicht an schlechten Projekten. Die fünf: die falsche Stiftung anschreiben, ein Budget, das nicht aufgeht, das Projekt in interner Sprache beschreiben, zu spät dran sein und von einem einzigen Geldgeber alles verlangen. Beheben Sie das, bevor Sie einreichen.
Die meisten abgelehnten Gesuche scheitern nicht an einem schlechten Projekt. Sie scheitern an denselben vermeidbaren Fehlern, immer wieder. Nachdem ich viele Dossiers geschrieben und noch mehr gesehen habe, weiss ich: Diese fünf Klippen zu umschiffen ist fast immer entscheidender als die Qualität des Projekts selbst. Hier sind sie, und wie man daran vorbeikommt. Wenn Sie das Gesuch gerade erst aufsetzen, lesen Sie zuerst den Leitfaden zum Fundraising; hier geht es darum, was man nicht tun sollte.
1. Die falsche Stiftung anschreiben
Der häufigste Fehler — und der am meisten unterschätzte. Jede Stiftung kann nur fördern, was ihre Stiftungsurkunde erlaubt — warum das so ist, steht im Leitfaden zu den Förderstiftungen. Praktisch heisst das: Ein Gesuch an eine Stelle, deren Zweck nicht zum Projekt passt, wird nicht geprüft, sondern abgelegt. Bei einem interkulturellen Projekt wie Frequenze in Movimento lag der Unterschied zwischen Zusage und Absage darin, jene Stiftungen anzugehen, die dieses Thema tatsächlich in ihrem Auftrag haben. Man fragt zehn bis fünfzehn passende Geldgeber an, nicht hundert aufs Geratewohl.
2. Ein Budget, das nicht aufgeht
Aufgeblähte Zahlen, kleingerechnete Kosten, keine Mitfinanzierung, Beträge, die nicht zu dem passen, was das Projekt verspricht: Am Budget sieht die prüfende Person sofort, ob das Projekt zu Ende gedacht ist. Es ist der Teil, mit dem ich in jedem Dossier beginne. Wenn das Ihre Schwachstelle ist, hilft der Leitfaden zum Projektbudget.
3. Für Leute schreiben, die das Projekt schon kennen
Wer bei der Stiftung liest, war nicht in Ihren Sitzungen. Ein Projekt, das in interner Sprache beschrieben ist, voller Annahmen und Abkürzungen, bleibt für die Person, die entscheidet, unlesbar. Konkrete Ziele, präzise Zielgruppen, überprüfbare Ergebnisse: Ein förderfähiges kulturelles oder soziales Projekt ist eines, das eine aussenstehende Person beim ersten Lesen versteht.
4. Zu spät dran sein
Wer ein Gesuch kurz vor der Umsetzung einreicht, ist fast immer zu spät: Zwischen Eingabe und Entscheid vergehen Monate, und das Geld kommt noch später — Fristen und Zahlungsmodalitäten stehen im Leitfaden zu den Förderstiftungen. Institutionelles Fundraising wird 12 bis 18 Monate im Voraus geplant. Das ist keine Bürokratie, das ist der Rhythmus, in dem das System läuft.
5. Von einem einzigen Geldgeber alles verlangen
Ein Gesuch, das die gesamten Kosten einer einzigen Stelle aufbürdet, bringt diese in eine schwierige Lage und signalisiert, dass das Projekt noch keine andere Unterstützung gefunden hat. Stiftungen fördern lieber, was andere bereits mittragen: Ein Finanzierungsplan mit mehreren Quellen, auch kleinen, macht das Gesuch stärker. Wo Sie die anderen finden, steht im Leitfaden zur Kulturförderung in der Schweiz.
Und wenn die Antwort Nein lautet?
Ein Nein sagt oft mehr über den Kalender und das Budget der Stiftung aus als über Ihr Projekt. War das Gesuch sauber gebaut, hinterlässt es trotzdem einen guten Eindruck, und Sie können es verbessert erneut einreichen — wo die Stiftung das zulässt, denn nicht alle prüfen abgelehnte Gesuche ein zweites Mal. Der eigentliche Fehler ist nicht, ein Nein zu bekommen: Es ist, eines zu bekommen, ohne geprüft zu haben, ob Sie in eine dieser fünf Fallen getappt sind.
Ein Dossier vor dem Versand von jemandem gegenlesen zu lassen, der diese Fehler alle schon gesehen hat, kostet wenig und ändert oft den Ausgang.
Häufige Fragen
Was ist der häufigste Fehler in einem Gesuch?
Den falschen Geldgeber anzuschreiben: ein Projekt an eine Stelle zu senden, deren Zweck nicht dazu passt. Das ist der Fehler Nummer eins und der am meisten unterschätzte — kein noch so guter Text repariert ihn.
Heisst ein Nein, dass das Projekt nichts taugt?
Nicht zwingend. Oft sind es ausgeschöpfte Mittel oder andere Prioritäten. Ein sauber gebautes Gesuch hinterlässt trotzdem einen guten Eindruck und kann verbessert erneut eingereicht werden, wo die Stiftung das zulässt.
Wie senke ich das Risiko einer Absage?
Mit einer Gegenkontrolle vor dem Versand: Stimmigkeit zwischen Projekt, Budget und Stiftungszweck, realistische Zahlen, die Berichterstattung von Anfang an mitgeplant. Ein Blick von aussen auf diese drei Punkte bringt mehr als eine weitere Überarbeitung.
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