Fundraising für Vereine in der Schweiz: der Leitfaden

Fundraising für Vereine in der Schweiz — der Leitfaden

Stiftungen, öffentliche Hand und Crowdfunding: wie ein Verein in der Schweiz ein kulturelles oder soziales Projekt finanziert. Ein praktischer Leitfaden von einem Fundraiser, der 2025 über CHF 200’000 eingeworben hat.

Kurz gesagt — Fundraising in der Schweiz kombiniert in der Regel drei Quellen: die öffentliche Hand, Förderstiftungen und die Unterstützung aus dem eigenen Umfeld, Crowdfunding eingeschlossen. Institutionelles Fundraising heisst nicht, Gesuche zu verschicken. Es beginnt bei einem klar umrissenen Projekt, dann kommt ein realistisches Budget, dann ein sauberes Dossier — und erst zuletzt die Frage, wer es finanzieren soll.

Zeit einplanen ist entscheidend: Institutionelles Fundraising braucht 12 bis 18 Monate Vorlauf, weil die Gremien nur wenige Male im Jahr tagen.

Wenn Sie im Kultur- oder Sozialbereich arbeiten, haben Sie den Rat schon gehört: «Fragen Sie eine Stiftung an», «schauen Sie, ob es öffentliche Gelder gibt», «versuchen Sie es mit Crowdfunding.»

Der Rat ist nicht falsch. Er kommt nur fast nie mit einer Gebrauchsanweisung.

Dieser Leitfaden soll diese Lücke schliessen: wie Fundraising in der Schweiz funktioniert, wo eine Organisation anfängt, und welche Schritte aus einer guten Idee ein Projekt machen, das realistisch finanziert werden kann.

Er richtet sich an Vereine und Nonprofit-Organisationen, die in der Schweiz Mittel beschaffen, und an nationale oder internationale Organisationen, die Fundraising an sich kennen, aber die Eigenheiten des Schweizer Fördersystems noch nicht.

Was institutionelles Fundraising wirklich heisst

Das grösste Missverständnis über Fundraising ist die Vorstellung, es gehe darum, jemanden zu finden, der Geld gibt.

Institutionelles Fundraising funktioniert anders. Es geht darum, Projekte zu entwickeln, die belastbar, durchdacht und glaubwürdig genug sind, um Stiftungen und öffentliche Stellen davon zu überzeugen, dass sie Unterstützung verdienen.

Der Unterschied klingt fein, ändert aber alles. Eine private Spende kann man direkt erbitten. Institutionelle Mittel muss man sich erarbeiten: klare Ziele, ein realistisches Budget, überprüfbare Wirkung, ein glaubwürdiger Umsetzungsplan. Das Gesuch ist bloss das Dokument, das all das zusammenführt.

Für Organisationen, die auf Beiträge angewiesen sind, macht genau das den Unterschied zwischen Gelegenheiten, die sich zufällig ergeben, und einer Mittelbeschaffung, die verlässlich trägt.

Ebenso wichtig ist die Glaubwürdigkeit. Geldgeber beurteilen nicht nur das einzelne Projekt, sondern auch, ob eine Organisation liefern kann, was sie verspricht, und danach transparent darüber Bericht erstattet. Jedes gut geführte Projekt stärkt diese Glaubwürdigkeit, jeder saubere Schlussbericht macht das nächste Gesuch leichter. Fundraising ist kumulativ: Das Vertrauen von heute ist die Möglichkeit von morgen.

So gesagt klingt es nach einer Tätigkeit. In der Praxis ist es eine Funktion: jemand, der das ganze Jahr über den Fristenkalender führt, die Beziehungen zu den Geldgebern pflegt und die Berichterstattung im Griff hat. In den meisten Organisationen gibt es diese Rolle nicht, und die Arbeit landet bei Leuten, die ohnehin schon genug zu tun haben. Wie sich eine solche Funktion aufbauen lässt, steht auf der Seite Institutionelles Fundraising.

Die drei Finanzierungsquellen in der Schweiz

Kulturelle und soziale Vorhaben werden in der Schweiz fast nie von einer einzigen Stelle finanziert. Gutes Fundraising baut einen Finanzierungsmix, in dem sich die Beiträge gegenseitig stützen.

Das streut nicht nur das Risiko, es stärkt die Glaubwürdigkeit: Stiftungen unterstützen lieber, was bereits von der öffentlichen Hand, einer Gemeinde oder dem lokalen Umfeld mitgetragen wird — und umgekehrt schaut die öffentliche Hand wohlwollender auf ein Projekt, hinter dem schon eine angesehene Stiftung steht.

QuelleWas dazugehörtWofür sie sich eignetWo anfangen
Öffentliche HandBund, Kantone, Gemeinden und die aus Swisslos-Erträgen gespiesenen LotteriefondsProjekte mit kulturellem, sozialem oder BildungswertKantonale Fachstellen Kultur, städtische Förderprogramme, Bundesamt für Kultur, Pro Helvetia
FörderstiftungenPrivate Stiftungen, die fremde Projekte finanzierenFür viele Vereine und Nonprofit-Organisationen der wichtigste KanalFundraiso, Spheriq (bis 2025 StiftungSchweiz), SwissFoundations, proFonds
Umfeld und CrowdfundingEinzelspenden, Sammelaktionen, Initiativen aus der CommunityLokale Verankerung zeigen und die institutionelle Finanzierung ergänzenPlattformen wie wemakeit oder lokalhelden.ch und Ihr bestehendes Umfeld

Die eigentliche Lehre steht in keiner einzelnen Zeile dieser Tabelle. Sie liegt darin, wie die drei zusammenspielen.

Die öffentliche Hand

Öffentliche Förderung gibt es auf mehreren Ebenen, und jede hat ihre eigenen Prioritäten, Kriterien und Verfahren. Auf Bundesebene kommen etwa das Bundesamt für Kultur und Pro Helvetia infrage. Auf Kantonsebene führt jeder Kanton eigene Programme, in vielen Fällen aus dem Lotteriefonds gespiesen. Und die Gemeinden fördern, was in ihrem Gebiet kulturellen, sozialen oder bildungsbezogenen Wert schafft.

Der häufigste Irrtum von Organisationen, die schweizweit arbeiten, ist die Annahme, das funktioniere überall gleich. Tut es nicht. Eine Strategie, die in Zürich aufgeht, lässt sich in Bellinzona nicht einfach wiederholen: andere Prioritäten, andere Eingabefristen, andere Beurteilungskriterien, eine andere institutionelle Kultur.

Förderstiftungen

Förderstiftungen sind für viele kulturelle und soziale Organisationen die wichtigste Quelle — und die am häufigsten missverstandene.

Ende 2025 zählte der Schweizer Stiftungsreport 2026 13’782 aktive gemeinnützige Stiftungen — eine der höchsten Dichten weltweit. Die Chance ist real, und ebenso real ist die Notwendigkeit, gezielt zu suchen.

Jede Stiftung verfolgt einen bestimmten Zweck, festgehalten in der Stiftungsurkunde, und dieser Zweck legt fest, was sie überhaupt fördern darf. Deshalb geht es beim Fundraising nie darum, möglichst viele Gesuche zu verschicken, sondern darum, die Stiftungen zu finden, deren Auftrag wirklich zum Projekt passt. Ein Gesuch an eine Stiftung, deren Zweck nicht passt, ist verlorene Zeit — für beide Seiten.

Wie diese Stiftungen arbeiten, welche Fristen gelten und wie ausbezahlt wird, steht ausführlich im Leitfaden zu den Förderstiftungen in der Schweiz.

Umfeld und Crowdfunding

Aus dem eigenen Umfeld und über Crowdfunding kommt meist ein kleinerer Teil des Budgets als von Stiftungen oder der öffentlichen Hand. Der Wert liegt aber nicht nur im Betrag.

Eine gelungene Crowdfunding-Kampagne zeigt etwas, das institutionelle Geldgeber sehr genau registrieren: dass echte Menschen an das Projekt glauben. Wenn eine Stiftung sieht, dass ein Umfeld bereits Zeit, Aufmerksamkeit und Geld investiert hat, gewinnt sie Vertrauen, dass hier ein tatsächlicher Bedarf besteht und nicht nur ein Papier.

Crowdfunding ist deshalb keine Alternative zum institutionellen Fundraising. Es funktioniert am besten als Teil davon.

Die Schweiz ist kein einheitlicher Fördermarkt

Das ist die Stelle, an der schweizweit tätige Organisationen die Komplexität am häufigsten unterschätzen.

Die Schweiz ist ein Land aus mehreren Sprach- und Kulturregionen, und jede hat eigene Institutionen, eigene Fördertraditionen und eigene berufliche Netzwerke. Was in einer Region selbstverständlich ist, muss in der anderen erst aufgebaut werden — und das betrifft nicht nur die Sprache. Geldgeber, Partner und Anspruchsgruppen bewegen sich in ihren eigenen regionalen Netzen, mit eigenen Erwartungen. Projekte, die lokal verankert wirken, werden deutlich wohlwollender beurteilt als solche, die von aussen importiert scheinen.

Die italienische Schweiz — das Tessin und die italienischsprachigen Täler Graubündens — ist dafür das Beispiel, das ich aus erster Hand kenne: eigene Förderstiftungen, eigene kantonale Programme, ein eigenes kulturelles Ökosystem. Für eine Organisation aus Zürich oder Bern sind diese Unterschiede grösser, als sie von aussen aussehen. Das Prinzip gilt aber in jede Richtung: Wer schweizweit fördert oder finanziert wird, sollte jede Region als eigenes System behandeln, nicht als Verlängerung des eigenen.

Wo anfangen: Projekt, Budget, Gesuch, Geldgeber

Eine Frage kommt häufiger als jede andere: «Welche Stiftungen sollen wir anschreiben?»

Die Frage ist verständlich. Sie ist auch die letzte, die man stellen sollte.

Erfolgreiches institutionelles Fundraising folgt einer Reihenfolge, und diese Reihenfolge umzudrehen ist einer der häufigsten Gründe, warum Gesuche scheitern.

«In Wahrheit finanzieren Geldgeber keine Gesuchstexte. Sie finanzieren Programme. Klarheit entsteht nicht durch mehr Schreibarbeit, sondern durch gute Planung.»

1. Das Projekt klären

Was soll das Projekt erreichen? Wer sind die Zielgruppen? Welche Wirkung wird erwartet, und woran wird sie gemessen? Wenn jemand, der das Projekt nicht kennt, es nach einer kurzen Zusammenfassung nicht versteht, ist es noch nicht reif fürs Fundraising.

Und etwas, das in kaum einem Ratgeber steht: Entwerfen Sie das Projekt nicht im luftleeren Raum, um erst danach nach Geld zu suchen. Ein Projekt, das ohne Blick auf die Förderlandschaft entsteht, rechnet mit hypothetischem Geld statt mit den tatsächlichen Möglichkeiten.

Mit den Geldgebern im Blick zu planen hält ausserdem die Tür zur Mitgestaltung offen: Manche Schweizer Stiftungen schätzen es, einbezogen zu werden, solange ein Projekt noch Form annimmt. Wer mit einem fertigen, nicht mehr verhandelbaren Projekt auftaucht, hat diese Möglichkeit bereits verschenkt.

2. Das Budget bauen

Das Budget ist weit mehr als eine Tabelle: Es ist das Projekt in Zahlen. Einnahmen und Ausgaben müssen realistisch sein, sich die Waage halten und von einem glaubwürdigen Finanzierungsplan getragen werden. Stiftungen schauen meist zuerst aufs Budget, weil man dort sofort sieht, ob ein Projekt durchdacht ist. Wie es aufgebaut wird, steht im Leitfaden zum Projektbudget.

3. Das Gesuch schreiben

Erst wenn Projekt und Budget stehen, wird das Gesuch geschrieben. Die Form ändert sich von Stiftung zu Stiftung, der Inhalt kaum: Projektbeschrieb, Ziele, Umsetzungsplan, Budget, Finanzierungsplan, erwartete Wirkung. Aufbau und Form behandelt der Leitfaden zum Stiftungsgesuch.

4. Die Geldgeber bestimmen

Und erst jetzt wird ausgewählt, wen Sie anschreiben. Eine Liste von zehn bis fünfzehn Stiftungen, deren Zweck wirklich zum Projekt passt, bringt fast immer mehr als hundert Standardgesuche. Ein gezieltes Gesuch respektiert Ihre Zeit und die des Geldgebers — und erhöht die Chancen erheblich.

Projekt zuerst. Budget als Zweites. Gesuch als Drittes. Geldgeber zuletzt. Diese Reihenfolge umzudrehen ist einer der häufigsten Gründe, warum ein an sich gutes Gesuch abgelehnt wird.

Ein Beispiel aus der Praxis: Gwenstival

Fundraising versteht man leichter, wenn man sieht, wie es konkret abläuft. Ein Beispiel ist Gwenstival, das Festival zum 20-Jahr-Jubiläum von Radio Gwendalyn.

Wie viele Kulturprojekte begann es nicht mit einer Liste möglicher Geldgeber, sondern mit einer klaren Idee. Der erste Schritt war, das Projekt selbst zu schärfen: Ziele, Publikum, Programm, erwartete Wirkung, Partnerschaften. Erst danach entstand der Finanzierungsplan.

Das Budget kombinierte mehrere Quellen — private Stiftungen, öffentliche Stellen und lokale Partner. Statt auf einen einzigen Geldgeber zu setzen, verteilte die Strategie die finanzielle Verantwortung: Das machte das Projekt robuster und zugleich glaubwürdiger.

Die Gesuche wurden dann einzeln zugeschnitten. Das Projekt blieb dasselbe, aber jedes Dossier hob hervor, was für den jeweiligen Stiftungszweck relevant war.

Am Ende standen rund CHF 45’000 an externen Mitteln. Das war nicht das Ergebnis eines einzelnen aussergewöhnlichen Gesuchs, sondern eines strukturierten Vorgehens in der richtigen Reihenfolge.

Zeit ist der unterschätzte Faktor

Die grösste Überraschung für Organisationen, die zum ersten Mal institutionell Mittel beschaffen, ist, wie lange das dauert.

Anders als bei privaten Spenden oder Sponsoring geht es bei Stiftungen selten schnell. Viele Schweizer Stiftungen tagen nur zwei- bis viermal im Jahr; manche haben eine einzige Eingabefrist; andere prüfen laufend, brauchen aber trotzdem Monate bis zum Entscheid. Deshalb beginnen erfahrene Organisationen 12 bis 18 Monate vor der Umsetzung.

Das ist keine Bürokratie um ihrer selbst willen, sondern der Rhythmus, in dem das System läuft. Wer erst spät anfängt, verkleinert die Auswahl drastisch und landet oft bei Geldgebern, die gar nicht zum Projekt passen. Früh planen heisst: bessere Möglichkeiten haben.

Davon zu trennen ist die Liquidität. Der Beitrag wird in der Regel erst nach Abschluss und Berichterstattung ausbezahlt — eine Stiftung zahlt kaum je im Voraus, denn wenn das Projekt nicht stattfindet, müsste sie das Geld zurückfordern. Eine erste Tranche ist oft möglich, muss aber meistens ausdrücklich beantragt werden. Die Organisation muss die Kosten also vorfinanzieren können.

Die fünf häufigsten Fehler

Abgelehnte Gesuche scheitern erstaunlich oft an denselben fünf Punkten, und fast nie am Projekt selbst. Ausführlich behandelt sie der Leitfaden zu den fünf Fehlern; hier die Kurzfassung.

  • Die falsche Stiftung anschreiben. Eine Stiftung kann nur fördern, was ihr Zweck erlaubt. Recherche kommt vor dem Schreiben.
  • Das Budget zuletzt bauen. Es ist kein Verwaltungsdokument für den Schluss, sondern einer der wichtigsten Teile des Gesuchs.
  • Für Eingeweihte schreiben. Wer beim Geldgeber liest, kennt Ihr Projekt nicht. Kein internes Vokabular, keine unerklärten Abkürzungen.
  • Zu spät anfangen. Ein Projekt, das erst wenige Monate vor der Umsetzung geplant wird, verpasst die Zyklen der meisten Stiftungen.
  • Von einem einzigen Geldgeber abhängen. Kaum jemand finanziert ein Projekt allein, und niemand tut es gern.

Zum letzten Punkt eine Zahl aus der Praxis: Ein glaubwürdiger Finanzierungsplan stützt sich auf mindestens vier bis sechs verschiedene Quellen. Ein Projekt, das vollständig von einer einzigen Stelle finanziert wird, ist keine Finanzierungsstrategie — es ist ein Auftrag: Sie arbeiten dann für eine Kundin, nicht an einem Projekt, mit aller Fragilität, die dazugehört.

Fundraising ist Beziehungsarbeit

Viele Organisationen denken beim Fundraising an eine Reihe einzelner Gesuche. In Wirklichkeit ist es Beziehungsarbeit — und das hat eine praktische Folge: Einen Geldgeber zu behalten, der Sie schon einmal unterstützt hat, kostet einen Bruchteil der Arbeit, die es braucht, einen neuen zu überzeugen.

Organisationen, die verlässlich liefern, was sie versprechen, merken, dass Fundraising allmählich leichter wird — nicht weil mehr Geld da wäre, sondern weil mehr Leute bereit sind, in sie zu investieren. Deshalb ist der Schlussbericht kein Papierkram am Schluss: Er ist der erste Schritt zum nächsten Beitrag.

Wann lohnt sich externe Unterstützung?

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort.

Manche Organisationen holen sich Unterstützung, weil sie noch nie institutionell Mittel beantragt haben. Andere haben Erfahrung, aber intern niemanden, der mehrere Gesuche neben dem Tagesgeschäft betreuen kann. Wieder andere wollen einfach eine erfahrene Zweitmeinung, bevor ein wichtiges Dossier verschickt wird.

In allen Fällen bringt externe Hilfe am meisten am Anfang — bevor die Fristen drücken und bevor die Gesuche bereits geschrieben sind. Fundraising von Beginn weg richtig aufzubauen ist viel einfacher, als es später zu reparieren.

«Die Aufgabe einer Fundraiserin besteht nicht bloss darin, Geld hereinzuholen. Sie besteht darin, Geldgebern zu helfen, über Philanthropie ihre Vorstellung davon zu verwirklichen, wie die Welt sein könnte.»

2025 hat diese Arbeit rund CHF 200’000 in die Projekte von Radio Gwendalyn gebracht, mit Dossiers an Geldgeber wie Migros-Kulturprozent, Pro Helvetia, die Drosos Stiftung und die Ernst Göhner Stiftung. Das ist die Arbeit, die ich für Schweizer Vereine und Nonprofit-Organisationen mache. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Projekt eingabereif ist, melden Sie sich.

Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen Hilfe bei einem einzelnen Gesuch und dem Aufbau einer Funktion, die bleibt, wenn die Hilfe endet. Wenn Ihr Problem nicht ein bestimmtes Dossier ist, sondern der Umstand, dass sich bisher niemand kontinuierlich darum kümmern konnte, habe ich dazu eine eigene Seite geschrieben: Institutionelles Fundraising.

Weiterlesen

Wenn Sie einzelne Aspekte vertiefen wollen, führen diese Leitfäden weiter:

Zusammen ergeben sie einen vollständigen Weg für Organisationen, die in der Schweiz institutionelle Mittel suchen.

Häufige Fragen

Kann ich Fundraising allein machen, ohne Hilfe?

Ja, gerade am Anfang und bei kleinen Projekten — genau dafür ist dieser Leitfaden da. Professionelle Unterstützung lohnt sich, wenn mehr auf dem Spiel steht, wenn die Zeit knapp ist, oder wenn Sie ein stabiles Fundraising aufbauen wollen, statt jedes Projekt neu von vorn zu beginnen.

Wie früh muss ich anfangen?

Als Faustregel 12 bis 18 Monate vor der Umsetzung, weil die Gremien nur wenige Male im Jahr tagen. Weniger geht auch — aber unter sechs Monaten fallen die meisten Stiftungen weg, weil ihre Sitzungen für dieses Projekt schon vorbei sind. Davon unabhängig ist die Auszahlung: Der Beitrag kommt normalerweise erst nach der Schlussberichterstattung, eine erste Tranche muss meistens ausdrücklich beantragt werden — die Organisation muss also vorfinanzieren können.

Unsere Organisation ist klein — lohnt sich das überhaupt?

Ja. Stiftungen fördern Projekte, nicht Grössen. Was zählt, ist die Passung zwischen Projekt, Budget und Stiftungszweck. Ein kleines, sauber gebautes Projekt schlägt ein grosses, unklares.

Übernehmen Schweizer Stiftungen Strukturkosten?

In der Regel fördern Stiftungen eine Leistung, die bei den Zielgruppen ankommt — meist unentgeltlich oder beinahe unentgeltlich —, nicht die Organisation als solche. Strukturkosten werden gedeckt, indem man sie in fairem Verhältnis auf die Projektbudgets verteilt, die sie tatsächlich beanspruchen. Diese Verteilung sauber aufzubauen ist eine der Stellen, an denen professionelle Budgetarbeit sich bezahlt macht.

Was kostet Fundraising-Unterstützung?

Das hängt vom Auftrag ab: Beratung für ein einzelnes Projekt, ein Auftrag über mehrere Monate oder ein Teilzeitpensum. Eines ist fix: Das Honorar ist nie ein Prozentsatz der beschafften Mittel. Die Fachverbände raten davon ab, weil es Interessenkonflikte schafft und das Vertrauen der Geldgeber untergräbt.

Wie gewinnen Schweizer Nonprofit-Organisationen Geldgeber?

Geldgeber werden selten angezogen, sie werden überzeugt. Was überzeugt, ist überprüfbare Glaubwürdigkeit: ein professioneller Auftritt, der klar sagt, wer Sie sind, wer die Organisation führt und was Sie bereits erreicht haben. Geldgeber schauen nach, bevor sie entscheiden — und zunehmend auch die KI-Werkzeuge, mit denen sie recherchieren. Dazu kommt ein Leistungsausweis, der von lokalen Geldgebern aufwärts wächst, und Partnerschaften mit anerkannten Institutionen.

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